Die Götter und ihre tierischen Nachbarn


Tag 1: Jordanien, Gerasa.

Inmitten der heutigen Stadt Jerash, umgeben von einem arabisch geprägten Stadtbild, befindet sich Gerasa. Hier residieren Götter und obendrein viele Kreaturen, manche farbenfroh und auffällig, andere eher scheu.

In der antiken Stadt wurden einst prächtige Tempel für Zeus, Artemis und Dionysos erbaut. Noch heute sind große Teile der Tempelstätten und der antiken Stadt erhalten. Bäder, Straßen, Theater, ein Hippodrom.

Am heutigen Tage, über 2000 Jahre nach Erbau seines Tempels, gab sich Zeus wieder die Ehre. Dunkle Wolken und Blitze am Horizont hüllten die Stätte zeitweise in ein bedrohliches Gewand und ließ die Gebäude und Säulen noch eindrucksvoller wirken. Nachdem der Zorn Zeus’ verflogen war, erwachte die antike Siedlung zum Leben. Schmetterlinge, Vögel und Echsen zeigten sich überall.

Der Wiedehopf, Vogel der Liebe und Glückseligkeit präsentierte sein schönes Gefieder im Abendlicht, die frechen Hirtenstare ließen überall ihren flötenden Gesang hören, flinke Agamen sonnten sich an Säulen und Wänden und Tausendfüßer marschierten munter über den Boden.

Lang ist es her, dass der letzte Römer auf den steinernen Straßen Gerasas wandelte. Lang vergessen sind die alten Götter, doch die Tempel und Theater, Bäder und Bögen haben der Zeit getrotzt, noch heute wandeln Menschen auf den uralten Straßen und Tiere haben hier nun ihre Wohnstatt.

Gerasa. Römische Siedlung im Herzen Jordaniens.