Der rote Wald
“Die Busse mit den Reisegruppen lassen die spannendsten Ziele wohl immer links liegen.”
Nach zwei sehr aufregenden Tagen, haben wir es heute etwas ruhiger angehen lassen. Wir entspannten bis mittags und machten uns dann auf den Weg zum Ajloun Forest Reserve - dem einzige größeren Waldgebiet in Jordanien, denn nur 1% des Landes sind mit Wald bedeckt. Wir erhofften uns von dem Trip vor allem tolle Schmetterlings- und Zikadensichtungen aber auch ein nettes Kontrastprogramm zum gestrigen Tag.
Das Gebiet ist touristisch gut erschlossen. Es gab einen Touristenshop und wir mussten für unsere Wandertour durch das geschützte Gebiet auch Eintritt zahlen. Geführte Touren gibt es wohl auch aber wir machen, wenn möglich, ja lieber immer alles auf eigene Faust.
Der Ajloun-Wald ist ein mediterraner Wald und demnach sehr trocken. Die Bäume werden hier nicht höher als 5 m und stehen weitaus lockerer verteilt als in unseren mitteeuropäischen Wäldern. Die häufigsten Bäume sind immergrüne Palästina-Eichen (Quercus calliprinos) und Östliche Erdbeerbäume (Arbutus andrachne) mit einer auffällig roten Rinde. Flechten überziehen einige Bäume und zusammen mit zerklüfteten Steinformationen, hat dieser Wald trotz des offenen Charakters etwas sehr Uriges.
Auf unserer Wanderung sahen wir eine kleine Mantis, einige Syrische Eidechsen (Lacerta laevis) sowie Schmetterlinge. Auch eine Zikade konnte ich hören, aber gefunden habe ich das Tier trotz längerer Suche leider nicht. Mitten am Tag waren die größeren Bewohner wie Füchse, Wölfe, Stachelschweine und Wildschweine leider nicht zu sehen aber die Tour war trotzdem schön und vor allem erholsam.
Danach fuhren wir noch zur Ajloun Burg, einer muslimischen Burg aus dem 12. Jahrhundert, die hoch auf einem der Berge im Waldgebiet thront. Hier sahen wir auch wieder Reisebusse und eine Reisegruppe kam uns entgegen. Und ja…ich meine die Burg war schön, der Ausblick und die frische Brise haben wir auch genossen aber Burgen sind eben auch immer recht ähnlich, deswegen war das für uns kein Highlight. Aber naja, Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und wir sind auch nicht ohne Grund Individualreisende.
Ein schöner Abschluss war es aber allemal und dann ging es auch schon wieder gemütlich zurück in unser Hotel.