Alltag am Toten Meer


Unser Tag heute diente hauptsächlich der Entspannung. Unser Hotel liegt in einem Tal mit Thermalquellen und Wasserfall und aus eben diesen Quellen wird auch ein Pool gespeist. Den haben wir heute mal getestet und ansonsten etwas gespielt, relaxt und ein Mittagsschläfchen gehalten.

Am späten Nachmittag fuhren wir dann noch zum nahe gelegenen Toten Meer, das wir gestern schon bestaunt haben. Heute wollten wir endlich mal darin baden. Das Internet warnt ja vor einigen Dingen: Auf keinen Fall Wasser schlucken, nicht länger als 15 Minuten drinnen bleiben, danach sofort duschen und viel trinken. All das stimmt auch aber letztendlich war das Schwimmen oder vielmehr Treibenlassen unglaublich schön. Und ja, man kann sich wirklich einfach auf den Rücken legen und treibt ganz von allein! Das Tote Meer ist mit all den Salzablagerungen, dem besonderen Geruch und dem einzigartigen Gefühl auf der Haut wirklich ein Erlebnis.

Aufgrund der intensiven Nutzung des Jordans zur Wasserversorgung fehlt dem riesigen See der nötige Zufluss und der Wasserspiegel sinkt jedes Jahr um etwa einen Meter! Dadurch schrumpft das Tote Meer erschreckend schnell, der Salzgehalt steigt und Badestellen fallen trocken. Momentan befindet sich wohl ein umstrittener Zufluss aus dem Roten Meer im Bau um das Tote Meer zu retten, vielleicht sehen wir noch etwas davon, wenn wir das Rote Meer besuchen.

So und heute gibt es als Zusatz noch ein paar Geschichten aus dem Alltag hier. Wir sind jetzt seit einer Woche hier, da hat man ja schon die ein oder anderen Eindrücke gesammelt.

Frauen in Jordanien: Wir sind hier in einem muslimischen Land, die Stellung der Frau ist hier eine andere. Das kannte ich auch schon aus Marokko aber hier fällt es deutlich mehr auf. Vielleicht liegt es daran, dass Marokko lange Kolonie war, vielleicht liegt es auch daran dass dort viele Berber leben, die zwar oft auch Muslime sind aber eben nicht so konservativ. Hier in Jordanien wird mir beispielsweise grundsätzlich nicht das Geld zurückgegeben, wenn Christian neben mir steht. Ich zahle, er bekommt das Wechselgeld. Auch werde ich hier im Hotel nicht mit Lady angesprochen, Christian hingegen immer mit Sir. Auf der Straße wird man oft auffällig begafft, vor allem wenn ich Auto fahre. Zweimal wurden mir schon unangenehme Dinge hinterhergerufen (Ich liebe dich & Woohhoo). Ich fühle mich hier jetzt nicht unwohl, aber leben würde ich hier nicht wollen.

Hunde: In Jordanien gibt es ebenfalls Straßenhunde (und auch Katzen). Es sind nicht so viele wie beispielsweise in Marokko aber man sieht sie schon recht oft. Übergefahrene Hunde sind übrigens auch die Tiere, die man am häufigsten am Straßenrand liegen sieht. Die Hunde hier haben bisher nie die Nähe von uns gesucht und nach Futter gebettelt. Häufig streunen sie an Straßen oder Müllbergen herum und suchen dort nach Futter. Der Typus ist immer gleich. Sie sind etwa so groß wie Schäferhunde mit dichten, nicht allzu langem Fell. Die Ohren sind stehend oder hängend, ganz unterschiedlich. Kleine Hunde, Windhunde, Molosser etc. sieht man hier wirklich gar nicht. Es sind genau diese Hunde, die auch von Hirten eingesetzt werden und das scheint hier auch die einzige Aufgabe von Hunden zu sein. Zum Spaß hält hier niemand einen Hund.