Wadi Mujib
“Das ist nicht nur eines der großartigsten Erlebnisse in diesem Urlaub, sondern in meinem gesamten Leben!”
Die Wadi Mujib ist ein riesiger Canyon, der von bis zu sieben Flüssen und Bächen durchzogen wird. Je nach Jahreszeit und Regenfällen ist er stellenweise auch trocken. Die Wadi Mujib wird auch Grand Canyon Jordaniens genannt und diese Bezeichnung trifft die Dimensionen schon sehr gut. Die Mündung zum Toten Meer liegt über 400 m unter dem Meeresspiegel, somit ist das Naturschutzgebiet rund um die Wadi Mujib das tiefgelegene der Erde.
Teile des Canyons können für Wandertouren genutzt werden. Allerdings sind dies Touren der besonderen Art und diese Erfahrung wollten wir uns nicht entgehen lassen. Wir fuhren also zum Touristen-Zentrum und ließen uns Schwimmwesten und eine wasserdichte Tasche geben. Dass wir überhaupt eine teure Kamera mitnehmen wollten, verwunderte den Typen an der Kasse schon. Und dann ging es auch schon ins Tal hinein. Der Canyon ist zuerst noch recht breit, die Sonne scheint auf den knöcheltiefen Bach aber schon ein paar Minuten später verengt sich die Schlucht immer mehr und das Wasser wird tiefer. Von den Gesteinswänden riefen Tristamsstare und wir konnten sogar einen Braunliest (einen braun-türkisen Eisvogel) sehen, das war schon überwältigend.
Schnell wurde das Wasser dann bauchtief, man hangelte sich an Seilen entlang der Felswände und über Steine um Flussbett. Irgendwann mussten wir auch schwimmen und auf Stiegen und Leitern kleine Wasserfälle und Stromschnellen überwinden. Und all das in dieser Kulisse! Man kann sich wirklich nicht vorstellen, was das für ein atemberaubendes Gefühl war, wir so klein im Fluss und über uns hunderte Meter hoch die Schlucht aufragend. Einige Aufstiege waren auch recht abenteuerlich aber trotzdem gut zu schaffen und am Ende wurde man dann mit dem Blick auf einen wunderschönen Wasserfall belohnt. Man konnte sogar hinter den Wasserfall gehen und durch die Wassermassen hindurch sehen. Einfach magisch.
Der Rückweg war aber nicht minder abenteuerlich und atemberaubend, denn es gab zwei Stellen an denen man eine natürliche Rutsche an einer Stromschnelle hinunter nutzen konnte. Die Erste war noch harmlos, vllt. 2-3m hoch aber die Zweite. Uff. Da saß auf einem großen Stein ein Typ daneben und hat den Leuten geholfen runter zu rutschen. Und ich hatte tierische Angst! Das Teil war so steil und da unten war ja kein sicheres Schwimmbecken, sondern dieser Fluss…ja aber all meine “It’s dangerous” Rufe haben den Typen wenig beeindruckt und da Christian mit gutem Beispiel vorangegangen war, rutschte ich dann schlussendlich auch. Und OMG…das war SO KRASS! Christian und ich haben uns vor lauter Euphorie unten kaum eingekriegt, unbezahlbar dieser Moment. Danach konnten wir uns dann streckenweise auf dem Rücken durch den Canyon treiben lassen und das war auch eines meiner persönlichen Highlights. Man fühlt sich so klein in dieser Schlucht und gleichzeitig so erhaben…wann kann man sowas schon mal erleben!? Der absolute Wahnsinn, all das.
Nach ca. 2,5h war der Spaß dann vorbei und wir fuhren zurück ins Hotel. Aber das werde ich wohl nie vergessen, ich bin wirklich dankbar für solche Erlebnisse!