Tierheim und Premantura-Halbinsel
Heute sind wir in den Süden von Istrien gefahren. In der Nähe von Pula befindet sich das Snoopy-Tierheim für Hunde. In Deutschland hatten wir Trockenfutter besorgt, das wir vor Ort gespendet haben. Wir durften uns auch die Hunde anschauen und mit Sheila und Francis einen Spaziergang machen. Sheila ist eine Istrianer Bracke und Francis ist eine Slowakische Bracke. Beides also Jagdhunde, genau nach unserem Geschmack.
Francis kommt nächste Woche zu einer lokalen Pflegefamilie, daher waren die Tierheimmitarbeiterinnen besonders dankbar, dass er noch einmal die Möglichkeit hatte, mit fremden Menschen Gassi zu gehen. Er ist eher ängstlich, da er von seinem Vorbesitzer, einem Jäger hier aus Istrien, täglich geschlagen und getreten wurde. Mit Sheila hat er eine Freundin gefunden, an der er sich orientieren kann. Die zweijährige Hündin hat richtig Pepp und keine Scheu. Wo sie schnuppert will auch Francis schnuppern, wo sie eine Fährte riecht möchte auch er schauen.
Nach einer schönen Dreiviertelstunde mit den beiden haben wir sie wieder abgegeben und uns vorgenommen, an einem weiteren Tag vorbeizukommen. Im Tierheim sitzen aktuell zwischen 30 und 40 Hunden, die meisten aus der Region. Viele ausgemusterte Jagdhunde wie Sheila und Francis, einige Herdenschützer, ein paar Hütehunde. Das Tierheim ist in einer alten Stallanlage untergebracht, die im Sommer kühl bleibt wenn die Temperaturen hier die 30 Grad im Schatten locker erreichen. Eine richtig gute Einrichtung, zu der wir gerne wieder fahren.
Anschließend war noch viel vom Tag übrig. Wir beschlossen, uns die Südspitze Istriens auf der Premantura-Halbinsel anzuschauen. Unser Parkplatz war südlich von der namensgebenden Stadt, Premantura, etwa vier Kilometer vom südlichsten Punkt entfernt. Wir machten uns auf den Weg durch trockene, halboffene Landschaften geprägt von Kiefern, Büschen wie Ginster und wilden Rosen und Wildblumenwiesen. Schafe und Istrische Rinder erhalten diese traditionelle Landschaftsform durch Beweidung.
Direkt am Mittelmeer fanden wir steinige Buchten, die sich wild und schön in die karstigen Klippen schmiegten. Unser Weg führte uns eine ganze Zeit direkt am Wasser entlang. Gischt der aufgewühlten See spritzte auf die Steine, das türkisfarbene Wasser wurde dunkler je weiter es aufs Mittelmeer hinausging.
Leider hatten wir Pech mit dem Wetter. Ein Gewitter zog rasch auf, es regnete stark. An einer Bucht fanden wir für eine halbe Stunde Unterschlupf bei einer kleinen Hütte. Der Regen kam auch später in kleinen Schauern immer wieder und ließ uns nur auf der letzten Etappe in Ruhe.
Die Südspitze war schön und mit den abfalleden Klippen wild anzusehen. Uns haben die kleinen Buchten etwas besser gefallen, aber insgesamt ist die Landschaft hier in Istrien eine der besten überhaupt!
Auf dem Rückweg legten wir all unser Bargeld zusammen und aßen in einem kleinen Lokal: Nudeln mit heller Soße und Gemüse, Cevapcici mit Bratkartoffeln und Ajvar. Typisch Kroatisch.
Gestärkt traten wir den Rückweg zum Auto an. In der halboffenen Landschaft begegnete uns dann noch ein Fasan! Auch einige Schmetterlinge konnten wir beobachten. Doch die Kräfte ließen nach und in der Unterkunft angekommen brauchten wir ein kurzes Nickerchen, um uns wieder zu erholen.
Morgen wollen wir einen Stadtbummel machen, es insgesamt etwas ruhiger angehen lassen. Wir genießen den Urlaub hier in Istrien und freuen uns auf die kommenden Tage.