Rovinj und Kula Turnina


Rovinj ist eine Kleinstadt an der Westküste Istriens. Die Altstadt steht in jedem Reiseführer und ist absolut sehenswert! Kleine gewundene Gassen schlängeln sich, gesäumt von Läden, Cafés und Restaurants. Alles wirkt mediterran und alt.

Bereits in der Antike war Rovinj eine bekannte Siedlung. Die Nähe zu Italien verleitete die Römer und in der Neuzeit die Venezianer zu Eroberungen in Istrien. Dadurch ist Rovinj auch heute noch offiziell zweisprachig: Kroatisch und Italienisch.

Auch in der Architektur konnten wir den italienischen Einfluss am Venezianischen Löwen erkennen, der an der einen oder anderen Stelle auf uns herabblickte. Dafür sahen wir keine italienischen Touristen, jedoch sehr viele Deutschsprachige. Es ist Mitte Mai, die Saison wird hier erst noch beginnen, aber trotzdem waren die Gassen oft voll, die Plätze belebt. Noch kein richtiges Gedränge, aber im Gegensatz zu den zwei vorangegangenen Tagen in der Natur ein großer Unterschied.

Die meisten Touristen haben sich die Kirche St. Euphemia auf dem Hügel, an den sich die Altstadt anschmiegt, angesehen. Unten am Mittelmeer war es dagegen deutlich ruhiger. Wir konnten uns mit den Hunden in der Sonne entspannen und ein Eis essen.

Nach dem ausgiebigen Bummel durch die Gassen war uns wieder nach Natur. Zum Abschluss fuhren wir daher nach Kula Turnina, einer Burgruine auf einem Hügel nur zehn Autominuten entfernt. Die Burg soll bereits im frühen Mittelalter gestanden haben und immer wieder durch Eroberung beschädigt und wieder aufgebaut worden sein. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist sie verlassen.

Wir fanden heute nur noch Reste des einstiegen Turms vor, die Strukturen der Gebäude und Höfe sind im verwachsenen Umland nur noch zu erahnen. Dafür ist die Turmruine in gutem Zustand: Eine neue Eisentreppe führt nach oben, von wo der Blick weit schweifen kann, über das Umland bis nach Rovinj und aufs Mittelmeer.

Das trockene Umland war wieder ein Fest für alle Insekten- und Vogelbeobachter. Auf dem Aufstieg auf den Hügel haben wir an einem maroden Baum eine Schar Hornissen entdeckt, die dort herumschwirrten. Auch Eidechsen und Schlangen gibt es hier, sogar eine giftige Viper, die unsere Hunde glücklicherweise nicht aufgestöbert haben.

Unser Tageshighlight waren die schmalen, alten Gassen von Rovinj, die wir so in noch keiner Stadt bisher gesehen haben! Wir sind gespannt, ob die anderen alten Städte, die wir uns in Istrien noch anschauen wollen, einen ebenso bezaubernden Charme mitbringen.